Wenn du in einer Bäckerei Sensorik systematisch einführen möchtest, reichen für den Einstieg fünf einfache Schritte:

1. Bewertungsmerkmale festlegen

Definiere, was beurteilt werden soll. Typische Kriterien sind:

  • Aussehen (Form, Kruste, Farbe) 
  • Geruch 
  • Geschmack 
  • Textur/Konsistenz (Krume, Saftigkeit, Knusprigkeit) 
  • Nachgeschmack 

Wichtig: Die Merkmale sollten klar beschrieben sein, damit alle dieselben Begriffe verwenden.

2. Einfachen Bewertungsbogen erstellen

Nutze eine Skala (z. B. 1–5 oder 1–10) für jedes Merkmal.
Beispiel:

  • Krustenfarbe: zu hell – ideal – zu dunkel 
  • Säure: schwach – mittel – stark 
  • Frischeindruck: gering – hoch 

So werden Bewertungen vergleichbar.

3. Kleines Verkosterteam bilden

Starte mit 3–5 Personen aus Produktion, Verkauf oder Geschäftsleitung.
Unterschiedliche Perspektiven helfen, blinde Flecken zu vermeiden.

4. Standardisierte Verkostung durchführen

Für aussagekräftige Ergebnisse:

  • gleiche Probengröße 
  • gleiche Temperatur 
  • neutrale Umgebung 
  • Wasser zwischen den Proben 
  • möglichst Blindverkostung 

Dadurch werden Vorurteile gegenüber bestimmten Rezepturen reduziert.

5. Ergebnisse dokumentieren und nutzen

Halte die Bewertungen fest und leite konkrete Maßnahmen ab:

  • Rezeptur anpassen 
  • Backzeit optimieren 
  • Sauerteigführung verändern 
  • Rohstoffqualität überprüfen 

Sensorik wird erst wertvoll, wenn die Erkenntnisse in Verbesserungen umgesetzt werden.

Praktisches Beispiel

Bei einem Roggenbrot könnte ein Sensorikbogen folgende Kernpunkte enthalten:

  • Krustenfarbe 
  • Krustenrösche 
  • Porung der Krume 
  • Roggenaroma 
  • Säurebalance 
  • Saftigkeit 
  • Gesamteindruck 

Nach einigen Verkostungen entsteht ein betriebseigener Qualitätsstandard. Das ist oft der wichtigste Nutzen von Sensorik: Nicht nur Fehler erkennen, sondern eine reproduzierbare Produktqualität sichern.

Call Now Button